Wie der Übergang nach Hause besser vorbereitet werden kann

Gerade nach einem Sturz, einer Operation oder einer schweren Erkrankung ist der Alltag zuhause häufig nicht mehr so wie vorher. Deshalb ist gute Vorbereitung besonders wichtig.

Dieser Artikel gibt eine Orientierung, welche Punkte Angehörige vor und nach der Entlassung im Blick behalten können.

Frühzeitig mit dem Entlassmanagement sprechen

Krankenhäuser haben ein Entlassmanagement, wenn nach dem Aufenthalt weiterer Versorgungsbedarf besteht. Angehörige sollten möglichst früh fragen, wer zuständig ist und welche Anschlussversorgung geplant wird.

Sie haben die Möglichkeit ein Haushaltshilfe zu beantragen um die Versorgen in den ersten Wochen sicher zu stellen, sprechen sie hierfür mit dem Sozialen Dienst im Krankenhaus.

Wichtig sind konkrete Fragen: Welche Medikamente werden benötigt? Gibt es Hilfsmittel? Ist häusliche Pflege nötig? Braucht es Physio, Hausarzttermin oder Unterstützung im Alltag?

Medikamente und Arzttermine klären

Nach einem Krankenhausaufenthalt ändern sich Medikamente häufig. Angehörige sollten darauf achten, einen aktuellen Medikamentenplan zu erhalten und offene Fragen mit Ärztinnen, Ärzten oder Apotheke zu klären.

• aktueller Medikamentenplan

• Entlassbrief für die Hausarztpraxis

• nächste Kontrolltermine

• Rezepte oder Verordnungen

• Hinweise zu Wundversorgung oder Belastung

Hilfsmittel und Sicherheit zuhause

Vor der Rückkehr nach Hause sollte geprüft werden, ob die Wohnung sicher genug ist. Manchmal werden kurzfristig Hilfsmittel benötigt, zum Beispiel Rollator, Toilettenstuhl, Pflegebett, Duschhilfe oder Haltegriffe.

Ob und welche Hilfsmittel erforderlich und erstattungsfähig sind, sollte mit Krankenhaus, Arztpraxis, Pflegekasse oder Krankenkasse geklärt werden.

Pflegegrad oder Höherstufung prüfen

Wenn nach dem Krankenhausaufenthalt dauerhaft mehr Hilfe nötig ist, kann ein Antrag auf Pflegegrad oder eine Höherstufung relevant werden. Auch hier gilt: Entscheidend ist der konkrete Hilfebedarf im Alltag.

Bei Unsicherheit sollten Angehörige die Pflegekasse oder eine Pflegeberatung einbeziehen.

Die ersten Tage zuhause planen

Die ersten Tage nach der Entlassung sind oft besonders belastend. Es hilft, Einkauf, Mahlzeiten, Fahrten, Termine und Begleitung vorher zu organisieren.

Auch Angehörige brauchen Pausen. Wer frühzeitig Hilfe einbindet, kann Überforderung und erneute Krisen eher vermeiden.

Häufige Fragen

Wer ist im Krankenhaus zuständig?

In der Regel gibt es Ansprechpartner für das Entlassmanagement oder den Sozialdienst. Fragen Sie frühzeitig auf Station nach.

Was sollte vor der Entlassung geklärt sein?

Medikamente, Arzttermine, Hilfsmittel, häusliche Versorgung, Transport und Unterstützung zuhause.

Kann nach einer Entlassung ein Pflegegrad beantragt werden?

Ja, wenn voraussichtlich dauerhaft Hilfebedarf besteht. Die Pflegekasse prüft den Einzelfall.

Typische Fehler

• erst am Entlasstag nach Unterstützung suchen

• Medikamentenänderungen nicht prüfen

• keine Hilfsmittel organisieren

• Wohnungssicherheit unterschätzen

• Angehörige ohne Pausen einplanen

Unser Tipp

Fragen Sie im Krankenhaus konkret: Was muss am ersten Tag zuhause vorhanden sein, damit die Versorgung sicher starten kann?

Fazit

Eine gute Krankenhausentlassung endet nicht an der Kliniktür. Entscheidend ist, ob zuhause Anschlussversorgung, Sicherheit und Unterstützung organisiert sind.

Angehörige sollten frühzeitig Fragen stellen und Hilfe einbinden, wenn der Alltag nicht alleine zu bewältigen ist.

Sie brauchen Unterstützung nach einer Krankenhausentlassung?

Wir helfen Familien dabei, den Alltag zuhause wieder zu stabilisieren und Angehörige praktisch zu entlasten.

Quellen & weiterführende Informationen

• Bundesgesundheitsministerium: Informationen zum Entlassmanagement

• Deutsche Krankenhausgesellschaft: Entlassmanagement und Anschlussversorgung

• Pflegekasse und Krankenkasse: individuelle Leistungsprüfung

• Hausarztpraxis und Krankenhaussozialdienst: medizinische und organisatorische Klärung